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BMW KFR R1200C Dr. Bögel
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5.) Meine persönlichen Schlußfolgerungen

Alle Komponenten der Verbrenung, wie Gemischaufbereitung (Lambda-Wert), Zündung, Mechanik der Ventilsteuerung etc. müssen exakt aufeinander abgestimmt sein, damit sowohl primäre als auch sekundäre Motorschäden vermieden werden. Ein falsch eingestelltes Ventilspiel hat einen wesentlichen Anteil an Motorschäden durch thermischen Effekte. Weitere Fehlerquellen wie Veränderungen an der Elektronik (Chiptuning/ Kodier-stecker tauschen) oder Veränderungen am Ansaug- und am Schalldämpfersystem, falsche Einstellungen der Drosselklappen/Drosselklappensensor und damit der Synchronisation können somit über kurz oder lang zu kapitalen Motorschäden führen.

5a) Servicefehler:
Die eklatanten Servicefehler der BMW-Werkstatt waren bei unseren beiden Motorrädern die nachlässige Einstellung der Ventile und die schlechte Einstellung des Axialspiels der Kipphebel
bei der 1000km-Inspektion. Dies führt zu einer unzulässigen Erhöhung der Verbrennungs-temperatur und zu unkontrollierbaren mechanischen Vibrationen. Trotz unserer schonenden Fahrweise hätte das alles über kurz oder lang zu einem erhöhten Verschleiß und damit zu Motorschäden geführt.

5b) Konstruktionsfehler:
Die Anordnung des Drosselklappenstutzens und vorallem der Justierschraube für die rechte Drosselklappe, an einer für Einstellarbeiten unzugänglichen Position, ist ein Konstruktionsfehler.
Daß dann aber vom Werk keine Lösungsmöglichkeiten angeboten werden, die es wenigstens den BMW- Sevicetechnikern erlauben würden , ihren Kunden die Motorräder ordentlich einzustellen, ist ein tief trauriges Kapitel. Und das nach nunmehr 6 Jahren Modell-Laufzeit.
Dies ist bestimmt kein Beispiel, daß das Prädikat „Made in Germany“ verdient.

5c) Generelle Überlegungen
Was nützt einem der beste Motor, wenn der werkseigene Service aufgrund konstruktiver Hemmnisse und in qualitativer Hinsicht versagt und man als Kunde auf die Hilfe Dritter angewiesen ist?!
Der Kunde wird mit den Problemen und den daraus eventuell resultierenden Folgekosten im Regen stehen gelassen; er muß selber sehen, wie er damit zurecht kommt.

Doch wie paßt dies alles zum Topimage von BMW und zu den durchweg guten Testberichten in der einschlägigen Fachpresse???
Imagepflege durch Werbung und mit Design allein genügt auf Dauer nicht. Meines Erachtens ist die Zufriedenheit des Kunden die beste Werbung und der bessere Garant für den zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.

Vielleicht sagt sich dieser Kunde in Zukunft zu sich selbst:
„Auch wenn du auf ein Pferd steigen kannst, das Ponyreiten macht vielleicht doch   mehr Spaß.“

Meinen nächsten Kundendienst, der mit Einstellarbeiten verbunden ist, werde ich daher künftig ausschließlich in einer von der Firma RMF geschulten Werkstatt durchführen lassen oder, wenn möglich, würde ich gerne auch wieder direkt nach Wiesbaden fahren.


 
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